Kinder- und Jugenddorf Klinge | Auszeichnung für Peter Schmackeit
Jugendhilfeeinrichtung in Seckach (Neckar-Odenwald-Kreis) mit 146 Plätzen in 18 Hausgemeinschaften und Familiengruppen sowie 21 Plätzen in drei Wohngruppen für Jugendliche in Mosbach und Heidelberg.
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Auszeichnung für Peter Schmackeit

Auszeichnung für Peter Schmackeit

Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik verliehen

 

Seckach. (lm) „Mit Ihrem umfangreichen Wirken haben Sie die positive Entwicklung der Gemeinde Seckach auf ihre Weise maßgeblich mit gestaltet, denn das Kinder- und Jugenddorf Klinge ist für unser Gemeinwesen im Konzert der Kommunen der Region zwischen Neckar, Tauber und Main ein Alleinstellungsmerkmal und echtes Aushängeschild“. So Bürgermeister Thomas Ludwig im Rahmen einer Feierstunde zur Verleihung der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Peter Schmackeit aus Seckach durch Landrat Dr. Achim Brötel.

Dem Anlass und dem Lebenswerk des Geehrten entsprechend, benötigte Klinge-Vorstand Dr. Christoph Klotz schon etwas Atem, um all die Gäste und Ehrengäste zu begrüßen, darunter Vertreter aus dem Aufsichtsrat, der Kommunalpolitik, Vereinen, der Kirche und Verbände sowie aus den Schulen und aus dem Klinge-Führungsteam. Ein weiterer Willkommensgruß galt den Freunden, Verwandten und Ehemaligen von Peter Schmackeit sowie Nikola Irmai-Koppányi und István Koppányi von der Musikschule Bauland, die für einen würdigen musikalischen Rahmen der Feierstunde verantwortlich zeichneten.

„Das Kinder- und Jugenddorf Klinge wurde 1951 unter dem damaligen Namen ‚Jugendheim Klinge’ e.V. gegründet, und bereits 6 Jahre später wurde der 1935 in Seeheim-Jugenheim geborene Peter Schmackeit mit dem ‚Klingevirus“ infiziert’, betonte Dr. Klotz weiter.

Bevor der Geehrte 1999 in den wohlverdienten „Unruhestand“ überwechselte, erlebte er schon als junger Mensch eine bewegte Zeit mit der Übersiedlung nach Niederschlesien, auf der Flucht vor der Roten Armee, über das Erzgebirge und schließlich an den Bodensee. 1955 legte er sein Abitur am humanistischen Gymnasium Hohenbaden in Baden-Baden ab, dem ein Studium für das „Lehramt an Volksschulen“ am Pädagogischen Institut in Heidelberg folgte.

Noch unter dem damaligen Dorfgründer Pfarrer Heinrich Magnani trat Peter Schmackeit am 2. April 1957 den Dienst als Grund- und Hauptschullehrer in der Klinge an, damals noch lange ohne eigenes Schulgebäude.

„Als quasi ‚Mann der ersten Stunde’ leistete er Pionierarbeit, die die Klinge bis zum heutigen Tag geprägt und geformt hat“, sagte Landrat Dr. Achim Brötel in seiner Laudatio. Ab 1973 wechselte der heute 84jährige dann als Sonderschullehrer in der St. Bernhard-Schule in den Bereich ‚L’ und verschrieb sich seitdem ganz der Arbeit mit lernbehinderten Kindern und Jugendlichen. Noch heute steht er mit vielen Ehemaligen in Kontakt, bei denen er versucht hatte, sie in seinen 42 Lehrerjahren für das Leben fit zu machen.

Seit 1993 gilt Peter Schmackeit als Haus- und Hof-Fotograf der Klinge, und so entstand eine Sammlung von Bildmaterial mit entsprechenden Publikationen. Kaum im Ruhestand zeichnet er seit 1999 bis heute als Redakteur für die Klingezeitung und als Chronist mit unerschöpflichem Spektrum von Geschichten und Anekdoten verantwortlich. Seit 1993 ist er zudem Mitglied und Schriftführer im „Rat der Ehemaligen“.

Wie der Landrat weiter ausführte, war Peter Schmackeit seit 1998 Beirat im Kinder- und Jugenddorf Klinge e.V., jetzt Aufsichtsrat, und pflegt internationale Beziehungen zur Caritas St. Petersburg, zur Partnerschule in Baszków/Polen und zu Gazzada Schianno in Italien, der Heimat der Magnanis und Partnerstadt der Gemeinde Seckach.

Als Anerkennung seines Lebenswerkes verlieh der Landrat im Namen des Bundespräsidenten, des Ministerpräsidenten, des Kreistages mit Kreisverwaltung und der Klinge die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Stellvertretend der bereits verstorbenen Ehefrau überreichte er ein Blumengebinde an Tochter Andrea Mehlem.

Bürgermeister Thomas Ludwig erinnerte an die Anfänge der heutigen Klinge als Barackenlager im Tal der „Teufelsklinge“ für die im Gipsbergwerk Seckach beschäftigten Fremdarbeiter der Fa. Fichtel & Sachs, an das daraus folgende Durchgangslager für die Aufnahme von 22.000 Heimatvertriebenen, aus dem die „Caritashütte Seckach“ für ausgemergelte Kinder und Jugendliche aus den badischen Großstädten entstand, und schließlich an die Gründung des Kinder- und Jugenddorfes im Jahr 1951.

Peter Schmackeit habe den Kindern mit seiner Art, seiner Lebenseinstellung und seinem beruflichen Sachverstand Orientierung gegeben und dies auf der Grundlage des christlichen Humanismus. Als äußeres Zeichen der Anerkennung überreichte er den Ehrenteller der Gemeinde Seckach sowie ein Präsent, ehe sich Peter Schmackeit zusammen mit dem Landrat und dem Vorstand Dr. Klotz in das Goldene Buch der Gemeinde eintrug.

Der Geehrte selbst zeigte sich sichtlich gerührt und betonte: „Ich widme diese Auszeichnung allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in der Klinge. Für mich allein wiegt dieses Stück Metall zu schwer“.

Mit einer anschließenden Foto-Dokumentation über seine bewegte Jugendzeit und über die ersten schwierigen Jahre in der Klinge im Kinder- und Jugenddorf machte Peter Schmackeit seinem Ruf als wandelndes „Klinge-Lexikon“ alle Ehre, bevor Dr. Klotz zum gemütlichen Stehempfang im Bernhard-Saal einlud.

 Liane Merkle
Mit freundlicher Genehmigung der Rhein-Neckar-Zeitung


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