Bedeutende Hamleh-Skulptur geht als Schenkung an das Kinder- und Jugenddorf Klinge

 

Große Freude im Kinder- und Jugenddorf Klinge, als man von der großzügigen Schenkung durch das Ehepaar Brigitte und Manfred Ballman, Inhaber der Seckacher Apotheke, erfuhr. Das kunstbegeisterte Ehepaar erwarb, anlässlich der Ausstellung „Marienleben“ der Künstler Ramona und Rolf Hamleh, im Jahr 2006 in der St. Bernhardskirche, die Skulptur „Die Darstellung Mariae im Tempel“.

Zum diesjährigen 60. Jubiläum kam nun diese Skulptur an die Klinge. Das Ehepaar Ballmann wollte damit der engagierten Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein spirituelles Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung setzen. Durch die Aufstellung im Halbstock der Verwaltung steht die Skulptur unübersehbar an einer zentralen Stelle. Der dazugehörige Text aus dem Gedicht „Marienleben“ von Rainer Maria Rilke ist neben der Figur abgedruckt und nachzulesen. Im Beisein vieler Mitarbeiter, stimmte die DVD-Rezitation des Gedichtstextes, durch Stefan Müller-Ruppert, auf die feierliche Übergabe ein.

Dorfleiter Dr. Cassar dankte im Namen der Dorfgemeinschaft sehr herzlich dem Ehepaar Ballmann für diese großzügige Schenkung und nahm in seiner Laudatio Bezug auf das Gedicht und die dazugehörige Skulptur. Im Januar 2012 werden es genau 100 Jahre her sein, dass Rilke, in wenigen Tagen, parallel zu den berühmten Duineser Elegien, dieses Gedicht auf Schloss Duino an der Adria geschrieben hat. Es handle sich dabei – nach Meinung von Literaturexperten - nicht um eine religiöse, sondern vielmehr um eine weltlich-metaphysische Dichtung, in der Maria als säkularisierte als „irdische“ Frau dargestellt wird. Ramona und Rolf Hamleh übertrugen diese Deutung sensibel und eindrucksvoll in die künstlerische Gestaltung, mit Materialien die, ebenso „irdisch“, aus dem Gebrauchsgut der Landwirtschaft stammen, aber dennoch (oder gerade deswegen?) starke Gefühle und Empfindungen beim Betrachter auslösen. Dass diese Skulptur gerade in diesem Jahr ihren Standort in der Verwaltung der Klinge gefunden hat, das wäre kein Zufall. Ist es doch der spirituell-künstlerische Teil von Veränderungen in der Verwaltung der Klinge: durch die Bestellung von Herrn Dieter Gronbach als neuen Verwaltungsleiter, durch Schaffung von Ausbildungsstellen, durch räumliche Umgestaltungen und inhaltliche Festschreibungen.

Dr. Cassar schloss seine Ausführungen mit einem Zitat des Hl. Bernhard von Clervaux: „Ist denn Maria nicht Gottes Schatz? Wo immer sie ist, ist auch sein Herz.“ Möge dieses Herz immer schützend das Kinderdorf begleiten, das war des Dorfleiters Wunsch für die Zukunft.