Unser Patron

Der Sohn eines reichen Kaufmanns wurde als Giovanni Bernardone in Assisi geboren. Nach seinem Militärdienst wurde er Offizier und führte ein freies, lockeres Leben. 1202 in Gefangenschaft geraten, beschloß er, sein Leben radikal zu ändern und lebte von nun an in selbstgewählter Armut und tätiger Nächstenliebe. 
Er fand viele Anhänger und gründete einen Orden, den 1210 Papst Innozenz III. anerkannte. Schon 2 Jahre nach seinem Tod wurde er heiliggesprochen. Bald brachte man seinen Leichnam in die prächtige Doppelbasilika "San Francesco", die man zu seiner Ehre am westlichen Stadtrand von Assisi errichtet hatte. Giotto [di Bondone, ca. 1267-1337)  malte das Leben des Franz von Assisi - diese Gemälde befinden sich in der Oberkirche der Basilika - u. a. das Bild "Franziskus predigt den Vögel". 

Franz von Assisi hatte eine besonderes Verhältnis zu den Pflanzen und predigte immer wieder, Gott habe uns die Erde anvertraut, deshalb sei es unsere Aufgabe, sie zu hüten und zu pflegen. Wenn seine Klosterbrüder Bäume fällten, verbot er ihnen,den Baum ganz unten abzuhauen, damit er die Chance habe, daß er wieder zu sprossen anfange. Auch wollte er nicht, daß der Gärtner zuviel umgruben, damit auch Unkraut und  Feldblumen ihren Platz fänden. Die Ansichten des ersten "Umweltschützers",  wie man ihn nennen könnte und die er in seinem "Sonnengesang"  (Cantico delle creature"oder"Cantico di frate solo") darlegt, sind heute immer noch - oder wieder - aktuell!  Der Sonnengesang gehört zu den allerersten dichterischen Gestaltungen der italienischen Sprache.
Franz von Assisi gilt auf grund seines Wirkens auch als erster Tierschützer.  Deshalb wird am 4. Oktober, dem Namenstag des Heiligen Franziskus, weltweit von Tierschützern der Welttierschutztag begangen; deshalb nennen sich viele Tierschutzvereine oder Tierheime nach ihm. (siehe unten).  Darüberhinaus ist Franz unter anderem Patron des Umweltschutzes und der Ökologie (seit 1980 von Papst Johannes Paul II. hierzu ernannt – in dieser Tradition steht auch die 1995 gegründete Franz von Assisi Akademie zum Schutz der Erde) 

Es wird erzählt, daß er sich in stacheliges Gestrüpp warf, um den Versuchungen der Welt zu entsagen; es waren Rosenbüsche und diese verloren ihre Stacheln - in der Portiunculakirche zu Assisi wird der "dornenlose Rosenstrauch des heiligen Franz" gezeigt. 

Eine andere Legende erzählt von seiner spirituellen Liebe zur heiligen Klara,  die 1212 den  Frauenorden der "Clarissinnen" (Klarissen, mit franziskanischen Regeln) gründete. Böse Zungen bezweifelten die Reinheit dieser Liebe, deshalb soll Franz an einem Wintertag Klara vorgeschlagen haben, sich eine Weile nicht mehr zu treffen. Auf Klaras Frage, wann sie sich denn wiedersehen würden, antwortete er: "Wenn die Rosen wieder blühen". Und als sie sich umsahen, blühten an den Dornensträuchern ringsum plötzlich mitten im Winter die Rosen. Klara pflückte einige Blüten und legte sie Franz in die Hand. Und von daher waren sie keinen Tag mehr getrennt. 

Franz von Assisi ist der Patron Italiens, der Stadt Assisi, des Bistums Basel, der Franziskaner, der Armen, der Sozialarbeit, des Umweltschutzes, der Kaufleute, Schneider, Tuchhändler, Flachs- und Tapetenhändler, Weber, gegen Kopfweh und die Pest.