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„Ohne Rauch geht’s auch!“
Das Kinder- und Jugendparlament des Kinder- und Jugenddorfes Klinge hat sich die Problematik von Suchtmitteln zum Schwerpunkt gemacht. Seit einem Jahr beschäftigte sich eine Arbeitsgruppe mit diesem Thema und hat Vorschläge zur Umsetzung gemacht um präventiv gegen den Gebrauch von Nikotin, Alkohol und Drogen zu wirken. Die Suchtberatungsstelle des Landkreises hat beratend mitgewirkt.
Am Freitag, 19.05. wurden – im Rahmen eines Aktionsfestes - die Vorschläge bekannt gemacht und der Startschuss zur Umsetzung gegeben.
Die ganze Kinderdorfgemeinschaft mit Kindern, Jugendlichen, Lehrern und Erziehern war gekommen um demonstrativ ihren Willen zum mitwirken zu bekunden.
Dorfleiter Dr. Cassar betonte, dass die Aktion kein Alleingang der Klinge sei, sondern eingebettet ist in einen gesamtgesellschaftlichen Bewusstseinswandel, insbesondere das Rauchen betreffend. Immer mehr Institutionen, Firmen und Länder haben diesbezügliche Maßnahmen begonnen, nur Deutschland hinke stark hinterher. Er forderte stärkere staatliche Verbote gegen das Rauchen in Gaststätten und öffentlichen Räumen.
Spannend wurde es, als die Maßnahmen in der Klinge von Vertretern der Kinder- und Jugendparlamentes bekannt gegeben wurden:
- Schaffung rauchfreier Zonen für Alle z.B. der Bereich der Kinderdorfstraße, das Schulgelände, die Spiellandschaft und ein Teil der Gaststätte St. Benedikt. Eigene Hinweisschilder fordern Verständnis: „Dieses Spielgelände ist rauchfrei! Seien Sie Vorbild. Danke!“
- Strenge Beachtung des Jugendschutzgesetzes mit klaren Konsequenzen bei Missachtung.
- Mitarbeitern ist untersagt im Beisein von Kindern zu rauchen.
- Anreize und Belohnungen für Nicht-Raucher
- Schaffung von Kontrollmöglichkeiten bei Missbrauchsverdacht, mittels Alkomat und Drogentests.
Schon im Vorfeld wurde eine Fragebogenaktion durchgeführt zum aktuellen Rauchverhalten von Kindern, Jugendlichen und Mitarbeitern. Dorfleiter Cassar gab die Ergebnisse bekannt:
Zum Beispiel: Ein Drittel der Kinder ab der 5. Schulklasse rauchen, ebenso ein Drittel der Mitarbeiter. Erschreckend ist das Einstiegsalter. Mehr als die Hälfte hat bereits im Alter zwischen 7 bis 12 Jahren begonnen zu rauchen. Erfreulich bei den Mitarbeitern, dass 30 von ihnen in den letzten Jahren aufgehört haben zu rauchen. Durchschnittlich geben die Jugendlichen fünf Euro pro Woche für Zigaretten aus – im Jahr summiert sich das insgesamt auf 6.900 Euro! Weiter vermerkte der Dorfleiter, dass 8 Jugendliche und 9 Mitarbeiter bereit sind für einen Anti-Raucherkurs, dessen Kosten die Einrichtung übernimmt.
Nachdem an die Nichtraucher ein kleines Anerkennungsgeschenk verteilt wurde, startete der „1. Klingelauf“; organisiert vom Sportpädagogen Peter Novak, durch die rauchfreien Zonen. Beim Zieleinlauf bekamen alle einen Button zur Erinnerung, mit dem Slogan „Ohne Rauch geht’s auch“.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Renè Flath und Kevin von der Musikgruppe der Klinge.
Mit einem gemeinsamen Mittagessen im Schulhof klang das Aktionsfest aus mit der Hoffnung, dass die Maßnahmen mittel- und langfristig wirken.
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