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Da kam
ein Anruf von unterwegs: "Wir sind in einer halben Stunde in Heilbronn
am Busbahnhof. Holt Ihr uns ab?" Also los, mit zwei Kleinbussen auf
den Weg gemacht, um unsere jungen Gäste aus Baszków vom Linienbus aus
Breslau abzuholen. Aber es dauerte noch eine Weile länger, bis der Bus
auftauchte, denn der Fahrer hatte den Namen Heilbronn mit Heidelberg
verwechselt.
Aber schließlich kamen sie: elf polnische Kinder, acht Mädchen und drei
Buben, mit ihrer Schulleiterin Beata Antczak und der neuen Deutschlehrerin
Monika Karolczak. Nach einer 15-stündigen Reise, die ganze Nacht hindurch
gefahren, sprangen sie aus dem großen Reisebus, etwas steifbeinig vom
langen Sitzen, aber sonst ganz wohlgemut.
Das Haus Bonifatius wurde für die Dauer ihres Aufenthaltes in der Klinge
zum neuen Quartier. Zwei der Mädchen kannten sich schon aus, denn sie
waren bereits im vergangenen Jahr dabei gewesen. Fleißig hatten die
Buben und Mädchen das Schuljahr über im Deutschunterricht Punkte gesammelt,
um sich diese Reise nach Deutschland zu "verdienen". Denn diese Anstrengung
wird als Voraussetzung für den zehntägigen Aufenthalt in der Klinge
von der Schulleiterin gefordert.
Es
war für alle Betreuer, die sich um die Gruppe zu kümmern hatte, eine
Freude, mit diesen elf quicklebendigen und doch so unkomplizierten Kindern
umzugehen. Ein buntes Programmangebot sollte ihnen die Tage in Deutschland
unterhaltsam und abwechslungsreich gestalten.
Da im vergangenen Jahr das Wetter katastrophale Ausmaße angenommen hatte
und wegen des Dauerregen eine Fahrt nach Ludwigsburg hatte abgebrochen
werden müssen, stand in diesem Jahr ein zweiter Versuch an, das "Blühende
Barock" und den wunderschönen Märchengarten zu besuchen. Und dieses
Mal schien die Sonne pur!
Der Tierpark in Bad Mergentheim stand ebenfalls auf dem Plan. Ein Rundgang
dort kommt einer Waldwanderung gleich und bietet für Kinder eine Fülle
von interessanten Begegnungen mit der heimischen Tierwelt.
Wie schon öfter durfte auch eine Zugfahrt nach Heidelberg nicht fehlen.
Ein steiler Anstieg führte die Gruppe zum Schloß hinauf, wo der Blick
über Stadt und Fluss für den schweißtreibenden Höhenunterschied entlohnte.
Und der Besuch des berühmten Großen Fasses und des Perkeo im Gewölbe
des Kellers beeindruckte die jungen Besucher sehr. Ein ausgiebiger Stadtbummel
auf Heidelbergs Hauptstraße stand als besonderer Wunsch ebenfalls an.
Auch die Burg Guttenberg mit der Greifvogelwarte, am Rande des Neckartales
gelegen, war Ziel eines gemeinsamen Ausflugs. Wenn unsere jungen Gäste
die Erklärungen in deutscher Sprache auch nicht ausreichend verstehen
konnten, so gab es doch spannende Flugvorführungen mit respektablen
Adlern und noch imposanteren Geiern zu sehen, und deren Tiefflüge knapp
über die Köpfe der Zuschauer gerieten zu einem aufregenden Erlebnis.
Der Höhepunkt ihrer Tage in Deutschland ist für unsere Gäste aus Baszków
jedoch immer wieder der obligatorische Besuch des Erlebnisbades "Solymar"
in Bad Mergentheim. Da es in ihrer Heimat kaum Schwimmgelegenheiten
gibt, bedeuten die zahlreichen Angebote dieser herrlichen Badeeinrichtung
für die Kinder einen Riesenspaß. Nicht nur die große Rutsche, sondern
auch der stündliche Wellenbetrieb sorgten für einige unvergessliche
Stunden.
Natürlich waren auch zwei Besuchstage in unserer St. Bernhard-Schule
eingeplant, wo die Kinder in verschiedenen Klassen am Unterricht teilnahmen,
sich in Batiktechnik ein eigenes T-Shirt gestalteten und unter Anleitung
eines Fachlehrers die Computer der Schule und den Umgang mit dem Internet
kennen lernten.
Im Übrigen war den Kindern aber auch viel Freiraum gelassen zum Spielen
und zum Spazierengehen. Bälle, Schläger und verschiedene Spiele standen
ihnen zur Verfügung. Außerdem nahmen sie mit Begeisterung das weitläufige
Spielgelände der Klinge an, wo es Gelegenheit gab, sich sprachlich mit
unseren Kindern und Jugendlichen auseinanderzusetzen.
Wie zu erfahren war, verlief auch die Rückreise der Gäste nach Baszków
ohne Beschwerden. Alle kehrten wieder wohlbehalten nach Hause zurück.
Für die weitere Zukunft ist wieder einmal ein Gegenbesuch ins Auge gefasst.
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